September 2005 www.initiative.cc

Deutschland
in der Krise ?

Die Schwäche der Politik und der Regierungen wird von den multinationalen Konzernen für Ihre Zwecke genutzt. Globalisierung nennt man dies auch. Der Mensch spielt bei diesen Vorgängen keine Rolle. Deutschland ist nicht nur einer der größten Nettozahler in der EU, auch viele andere Zahlungen und "Geschenke" zwingen eine noch so starke Wirtschaft mit Ihren fleißigen Bürgern in die Knie.

Ausverkauf Deutschlands - Beispiel Grohe

Ausländische Fonds versuchen Hunderte von auch Deutschen Unternehmen zu kaufen, um durch Aufspaltung dieser den Börsenwert in die Höhe zu treiben und satte Gewinne einfahren zu können. Das der Mensch hierbei keine Rolle spielt, braucht ja nicht erwähnt zu werden.
Ein Beispiel: Grohe-Armaturen.
Dem größten europäischen Armaturenhersteller , der bisher 80 % seiner weltweiten Produktion in Deutschland fertigen ließ, steht ein schweres Schicksal bevor. Grohe verfügt über fünf Produktionsstätten in Deutschland mit insgesamt 4.500 Mitarbeitern. Weitere 1.300 Arbeitsplätze hat das Unternehmen in Portugal, Kanada, China und Thailand. Bei Badearmaturen ist Grohe Weltmarktführer. Alle Grohe-Werke in Deutschland machen Gewinn, können aber natürlich keine Traumrenditen von 20 Prozent und mehr pro Jahr erwirtschaften, die ein Hedgefonds oder Private Equity Fonds seinen Anlegern versprechen. Dennoch wird nun versucht, aus Grohe einen derart hohen Gewinn herauszupressen. Und das funktioniert so: Im Jahr 1999 kaufte zunächst die britische Beteiligungsgesellschaft BC Partners die GroheGruppe für 900 Mio. Euro. Nach fünfjähriger Pflege des Bilanzwertes, die Grohe einigermaßen glimpflich überstand, verkaufte BC Partners im Sommer 2004 die Firma für 1,8 Mrd. Euro an die Beteiligungsfirmen Texas Pacific Group und Credit Suisse First Boston Private Equity. Neben dem Verkaufsgewinn von 900 Mio. Euro hatte BC Partners binnen fünf Jahren weitere 350 Mio. Euro an Kapital von Grohe auf eigene Konten übertragen. Grohe dagegen mußte die Kosten der neuerlichen Übernahme zahlen. Zudem mußte das Unternehmen im letzten Jahr eine Hochzinsanleihe zeichnen, mit der sich die Finanzschulden von 700 Mio. Euro auf 1,1 Mrd. Euro erhöhten. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat aufgrund dieser gefährlich hohen Verschuldung das ohne die Übernahmen kerngesunde Unternehmen auf "Ramsch" abgestuft. Nun erwarten die Anteilseigner von Grohe eine Jahresrendite von sage und schreibe 28 Prozent, wobei ein durchschnittliches Industrieunternehmen unter heutigen Bedingungen bestenfalls 3 bis 5 Prozent Rendite erwirtschaften kann, wobei diese zum Großteil wieder für Investitionen verwendet werden muß. Um nun den schnellstmöglichen Raub an der Substanz der Firma zu ermöglichen, hat man sich von McKinsey ein "Restrukturierungsprogramm" erarbeiten lassen: Brutale Kosteneinsparungen durch die Verlagerung der Produktion ins Ausland. Der Anteil der Auslandsproduktion soll binnen weniger Jahre von 20% auf über 50% steigen. Umgehend werden daher in Deutschland 1.500 Arbeitsplätze abgebaut, 1.200 davon durch Kündigungen, und das Werk im süd-brandenburgischen Herzberg wird geschlossen. Zugleich soll die Produktpalette drastisch um zwei Drittel gekürzt werden. Die Zahl der Zulieferer soll von 6.000 auf 1.500 schrumpfen. Das Management wird konsequent von langjährigen Mitarbeitern gesäubert. Der Vorstandsvorsitzende Peter Köfer-Schün, der das Unternehmen mit einer langfristigen Strategie zur Weltspitze führte, wird durch David J. Haines ersetzt, zuvor Topmanager bei Vodafone und Coca Cola. Das Ende eines deutschen Topunternehmens, geopfert dem Raubkapitalismus - manche nennen so etwas auch "Privatisierung".

Schulden, Schulden, Schulden, ..

Der Schuldenstand der Bundesrepublik Deutschland betrug am Sonntag, 7. August 2005 um 13.12 Uhr: 1.473.284.540.000 Euro. (1,5 Billionen Euro)

Dazu kommt laut Prüfer des Bundesrechnungshofs noch ein "dreistelliges Milliardenrisiko für den Bund", weil das Finanzministerium die Einnahmen aus den Privatisierungserlösen der Telekom, Postbank und dem Postdienst nicht für Pensionszahlungen reserviert, sondern unzulässigerweise in den desolaten allgemeinen Haushalt geleitet hat. Diese Gelder stünden daher für künftige Pensionszahlungen nicht mehr zur Verfügung, sodaß dem Bund ein "erhebliches Haushaltsrisiko" entstehe, so die Prüfer.

In den Medien wird immer gerne der Blick auf das ausufernde US-HAUSHALTSDEFIZIT gelenkt, das tatsächlich völlig unvorstellbare Ausmaße ausnimmt. Doch wie sieht es in Deutschland aus? Die Wahrheit - Deutschland braucht den Vergleich mit den USA keineswegs zu scheuen, in puncto Schuldenmachen ist Deutschland schon jetzt Spitze:
Unter der Regierung von Helmut Schmidt hatte sich die Schuldenquote (Relation Staatsschulden und Bruttoinlandsprodukt) von 20 auf 40 Prozent verdoppelt. Während der Zeit von Helmut Kohl stieg die Schuldenquote abermals - von 40 auf 60 Prozent. Und auch Bundeskanzler Gerhard Schröder schlägt den gleichen Weg ein: Die Schuldenquote erhöhte sich von 61 Prozent im Jahre 1998 auf 66 Prozent im letzten Jahr.

Das sind dreimal so hohe Schulden wie zum Zeitpunkt des Mauerfalls 1989.

Schulden, von denen keiner weiß, wie sie jemals abgebaut, geschweige denn die bloßen Zinsen dafür bezahlt werden sollen. Um das heutige Staatsdefizit von 1,5 Billionen Euro abzutragen, müßte Deutschland, einschließlich der Kreditzinsen, 30 Jahre lang jährlich 100 Milliarden Euro zurückzahlen - eine Utopie. Und das, OBWOHL die Zinsen so niedrig sind wie nie zuvor!

Wieviel ist eine Milliarde Euro

Wer kann sich darunter schon etwas vorstellen, wieviel Geld das wirklich ist. Man spricht dort von Milliarden Schulden, dort von Milliarden Defizit, woanders von Milliarden Investitionen. Wieviel Geld das wirklich ist, bringt folgendes Beispiel nahe:

Wenn Sie jeden Tag 100.000,- Euro ausgeben, benötigen Sie 27 Jahre und 3 Monate bis Sie 1 Milliarde ausgegeben haben.

PS: Sie hätten 27 Jahre ziemlich viel Arbeit mit Geld ausgeben !

Bevölkerung schrumpft ! Erste inländerfreie Schule in Berlin.

Die Bevölkerung schrumpft und wird immer älter. Aber wer will noch - angesichts der trüben (Renten-)Aussichten - überhaupt richtig alt werden? Jährlich sterben 80.000 Deutsche mehr als geboren werden.
Im Jahre 2050 wird sich die Zahl der über 80jährigen mehr als verdreifachen, von 3 auf 10 Millionen. Dann sind genauso viele Menschen über 80 Jahre alt wie unter 20. Die daraus entstehenden Probleme kann sich jeder vorstellen.

Demgegenüber steigt die Zahl der Menschen aus fremder Herkunft. In Berlin gibt es seit kurzem die erste inländerfreie Schule Deutschlands. Alle 345 Schüler der Eberhard-Klein-Oberschule stammen aus der Türkei, aus dem Irak, sind Albaner, Afrikaner und Vietnamesen. Deutscher Herkunft sind nur noch die Lehrer. Vor zehn Jahren war das Verhältnis noch 50:50. Im letzten Schuljahr haben die letzten fünf Schüler deutscher Herkunft die Schule verlassen. Die kleine Minderheit der deutschen Schüler fühlte sich nicht mehr wohl, erklärte der Schulleiter Rektor Böttig in der Hannoversche Allgemeine Zeitung am 9. Juni dieses Jahres: "So gesehen habe ich kein Ausländerproblem, denn es gibt keine anderen"

Großbanken und Industrie finanzieren Parteien-Wahlkampf

23.08.2005 (ngo-online) Seit der Ankündigung von Neuwahlen stieg die Spendenbereitschaft mehrerer Großkonzerne. Im Juni und Juli verzeichneten CDU, CSU, FDP und SPD in den vergangenen Wochen mehrere Großspenden. Die größten Finanzspritzen kommen vom Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie, hinter dem unter anderem der Elektromulti Siemens steht, der 400.000 Euro an die CSU spendete, sowie von der Porsche AG mit jeweils 200.000 Euro an CDU und SPD. Der Energiekonzern E.ON, Deutschlands größter Atomkraftwerksbetreiber, überwies 150.000 Euro an die SPD, 100.000 Euro gingen an die CDU.
Der Chemie- und Pharmakonzern Altana spendete jeweils 125.000 Euro an die CDU im Bund und in Hessen. Das Bankhaus Sal. Oppenheim spendete 150.000 Euro an die FDP. Die Deutschen Bank übergab 200.000 Euro an die FDP, die Commerzbank 150.000 Euro an die CDU.
Doch auch in den Monaten zuvor wurden die Parteien von Großkonzernen bezahlt. Der Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie spendete bereits im April 360.000 Euro an die CSU. Neben Siemens ist der Verband beispielsweise auch die Interessenvertretung der Automobilkonzerne BMW und Audi, des Elektrokonzerns Bosch und des zur DaimlerChrysler AG gehörenden Rüstungskonzerns EADS.
DaimlerChrysler überwies im April 150.000 Euro an die CDU und noch einmal den gleichen Betrag an die SPD. Von der Deutschen Bank flossen im April 100.000 Euro an die CDU. Vom Kölner Bankhaus Sal. Oppenheim erhielt die CDU bereits im Februar 75.000 Euro.

Auswege aus der Krise

Für den Ausweg aus der Krise gibt es natürlich kein Patentrezept, welches sich in ein paar Zeilen klären lässt.
Über Politiker schimpfen bringt nicht viel, den "wir" haben sie ja selbst gewählt. Wenn diese Politiker in hochtrabenden Reden ihren Einsatz für das Volk bekunden, und im Umdrehen, schon wieder genau das Gegenteil machen (wie z.Bsp. EU Verfassung) dann treibt es einem schon manchmal die Zornesröte ins Gesicht. Aber wiederum: Schimpfen hilft nicht viel, sondern Eigenverantwortung übernehmen und bewusst Handeln hilft in jeden Fall, und dies ist in allen Bereichen des Lebens gefordert. Gerade auch bei der eigenen Gesundheit sollten wir endlich wieder das Ruder in die Hand nehmen, und nicht irgendwem diese Verantwortung abtreten, welche diese auch nicht übernimmt.

Wir müssen hinter die Kulissen blicken, die Hintergründe und Zusammenhänge erkennen, die Realität sehen, und dementsprechend realistisch und optimistisch Denken und Handeln. Wir haben alles in der Hand, alleine mit unserer Kaufentscheidung können wir so vieles bewegen, wenn wir nur nicht immer unseren eigenen Vorteil sehen. Siehe dazu die Artikel "Die Macht des Konsumenten" und Wer billig kauft kauft sehr teuer auf unserer Homepage.

Wenn wir die Verantwortung an "Jemanden" abgeben, dann gibt es diesen Jemanden auch der diese übernimmt. Der oder die werden es aber dann meist so machen, wie es den eigenen Interessen entspricht. Den der noch so edle Politiker wird kaum auf Dauer mit der Macht sorgvoll umgehen können, welche ihm übertragen wurde.

Die Zeit der Veränderung ist allseits präsent. Leisten wir unseren Beitrag für eine fried- und freudvolle Zukunft, jeder in seinem Bereich.

Fritz Loindl

Möchte in diesem Zusammenhang noch auf folgende Artikel verweisen:

Alles bestens oder träumen wir nur ?
Deutschland ein geknechtetes Land.
Das Märchen von Kleinhausen.
Betriebsberater


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