Februar 2003
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BANANEN

Wer denkt sich schon etwas beim Kauf einer Banane. Und doch steckt dahinter mehr als man vermutet. Fast überall wo mit etwas viel Profit gemacht wird, steckt auch eine unglaubliche Ausbeutung von Mensch und Natur dahinter.

Der Giftcocktail macht sie so süß und sexy !



Sie ist nicht nur süß und sexy. Sie schmeckt auch köstlich und wäre ohne Gift auch noch gesund.

Das wissen auch die Lebensmittelkonzerne zu schätzen. Sie erwirtschaften mit der krummen Frucht weltweit stolze Umsätze. Allein in Österreich werden mehr als 1,8 Mio. Kilogramm der tropischen Frucht verschlungen - pro Woche. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei 11 Kilo.

Da jede einzelne Banane also bares Geld bedeutet, setzen die Großkonzerne bei der "Bananenproduktion" auf riesige Monokulturen. Ihr Pech dabei ist, dass Bananenpflanzen eine aufwendige Pflege brauchen - vor allem die hochgezüchtete große Obstbanane ist sehr empfindlich. Eine Unzahl von Würmern, Bakterien und Pilzen hat es auf die gelben Energieträger abgesehen.

Ohne den Extremeinsatz von hochgiftigen Chemikalien würden sie ganze Plantagen unbrauchbar machen. Daher wird eine Bananenplantage bis zu 40 mal pro Jahr im Tiefflug überflogen und mit Pestiziden besprüht. Die chemische Industrie jubelt. Der Großeinsatz der landwirtschaftlichen Gifte stellt mittlerweile einen Hauptteil der Bananenproduktionskosten dar.

Die Natur verkraftet diese Chemie-Keule jedoch kaum. Unvermeidlich gelangen die Gifte über die Bewässerungskanäle der Plantagen in die natürlichen Flussläufe und damit in den Boden, ih die Nahrungskette und auch ins Meer. Der Boden einer monokulturell genutzten Bananenplantage ist spätestens nach 20 Jahren völlig ausgelaugt. Für die Bananenkonzerne ist das aber kein Problem: Sie holzen einfach neue Urwälder ab oder erschließen neue Ländereien.

Zu all der Umweltbelastung kommt hinzu, dass durch die Bananenplantagen auch die Müllberge massiv anschwellen. Die bis zu drei Meter hohen Bananenstauden sind derart überzüchtet, dass sie ohne Befestigung durch Plastikseile sofort umknicken würden. Auch die mit Insektiziden behandelten Säcke, die den noch unreifen Bananen zur Bekämpfung von Schädlingen übergestülpt werden, landen auf dem Müll.

Bis zu 40-mal pro Jahr mit Pestiziden besprüht.



Kein Wunder also, dass die gesunde Frucht die auf den Plantagen arbeitenden Menschen krank macht. Dieser Horror der Pestizid-Vergiftungen reicht von Erbrechen, Kopfschmerzen, Krämpfen über Hauterkrankungen und Leberschäden bis hin zu Krebs, Unfruchtbarkeit und Missgeburten. Und Vergiftungen kommen relativ häufig vor. Denn die Arbeiter werden meist ohne Schutzkleidung in die Plantagen geschickt. Oft werden sie sogar direkt mit Pestiziden besprüht, von überfliegenden Giftfliegern aus.

Um das Gesundheitsrisiko, vor allem aber etwaige Ausfallskosten der Arbeiter zu minimieren, haben Vorarbeiter meist nur eine Maßnahme gefunden: das Rotationssystem: Ein Arbeiter soll nie länger als eine Woche mit Handpumpen die giftigen Chemikalien versprühen.

Gefahrenzulagen für diese Arbeit bekommen die Plantagenarbeiter natürlich keine. Ähnlich wie beim Kaffee, Tee oder Kakao müssen die Arbeiter für einen Hungerlohn schuften, während die Fruchtkonzerne die satten Gewinne einstecken. Die umstrittene Bananenmarktordnung der EU, die die Importe so genannter Dollarbananen nach Europa über Einfuhrmengen und Zölle streng reguliert, hat die Lage der lateinamerikanischen Plantagenarbeiter weiter verschärft. Denn die müssen jetzt die Gewinneinbußen der Fruchtmultis ausgleichen.

Welche unglaublichen und unmenschlichen Verhältnisse in solchen Gebieten mit Bananenplantagen herrschen lesen Sie auch im Artikel "Bittere Bananen" unter http://www.matices.de/18/18pcosta.htm

Kann man angesichts all dieser Missstände überhaupt noch Bananen kaufen? Als erstes sollten wir auf heimische Früchte zurückgreifen, die für uns in der jeweiligen Jahreszeit gewachsen sind. Warum muß es das ganze Jahr Erdbeeren, Kiwis, Ananas, Bananen udgl. geben.
Die Natur gibt uns die Früchte in der Zeit des Jahres, in der sie für uns am gesündesten sind. Sie müssen nicht erst mit riesigem Aufwand über die halbe Welt gekarrt werden.

Sollten wir dennoch solche Früchte kaufen, können wir zumindest auf biologische und fair gehandelte Früchte und Waren zurückgreifen. In vielen Geschäften werden solche Früchte, Kaffee, usw. angeboten. Fragen Sie danach.

Wir tragen mit unserem Kauf auch die Verantwortung für die Ausbeutung und Zerstörung von Mensch und Natur, die eine Produktion, Handel und Transport solcher Waren in sich birgt. Letztendlich sollten wir zumindest auf unsere Gesundheit achten, und derart vergiftete Früchte meiden.

Fritz Loindl


INITIATIVE Information - Natur - Gesellschaft
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Februar 2003

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